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Ai Wei Wei - unfrei Diese traurige Feststellung haben wir als Motto für unsere Solidaritätsdiskussion am Donnerstag, 28. April 2011 gewählt, mit der wir unser Unverständnis zur Inhaftierung des derzeit bekanntesten Chinesischen Künstlers öffentlich äußern wollten und zu Meinungsäußerungen von anderen besorgten, mitdenkenden und kritischen Bürgen aufgerufen haben.
Vier Teilnehmer an diesem übersichtlichen, aber engagierten Kreis waren mit der Absicht gekommen, ihrer Meinung zu diesem aktuellen Thema und ihrer persönlichen Besorgnis durch einen eigenen, hier vorgetragenen Beitrag Nachdruck zu verleihen. Die Journalisten Julia Steinbach und Markus Schönherr haben eine aufwändige künstlerische Fotoarbeit komponiert, diese als Positiv mitgebracht und mit dem Inhalt „Free Ai Wei Wei“ dem Abend gewidmet. Ludger Müller hat in Erinnerung an Ai Wei Wei’s Performance der 1001 Stühle zur „documenta 12“ einen Stuhl mitgebracht, der - leer - als Einladung an Ai Aktionskunst gibt es auch in Borken ! Frank Terwey hat bereits vor 10 Jahren vor der von Jan Hoet geleiteten „Artline 5“ mit 13 Aktionen in unserer Stadt darauf aufmerksam gemacht, wie freie Kunst agieren und Beachtung erlangen kann. Ai Wei Wei - unfrei hat ihn aktiviert und überzeugt, er müsse Flagge zeigen. An diesem Abend brachte er eine Chinesische Flagge mit und forderte die Anwesenden auf, mittels dargereichter Schere, Löcher in diese zu schneiden, um sie und damit die Politik in diesem Lande transparenter zu gestalten - Flagge mit Durchblick !
Das Schicksal Ai Wei Weis als zentrales Thema des Abends wurde erweitert diskutiert und führte zu Gesprächen über die sich ausbreitende rechte Politik in europäischen Nachbarstaaten, über die mögliche Angst vor Revolutionen nach Nordafrikanischen Vorbildern in anderen Despotien bei Regierenden von Lateinamerika bis an den Pazifik. Die Freiheit der Kunst und die Vermeidung von Restriktionen durch Machthaber ließ den Abend in eine Vielfalt von Standpunkten streuen. Als Moderator des Abends erbat Erwin Kleinau von jedem einzelnen Anwesenden eine persönliche Prognose zur nahen Zukunft des inhaftierten Ai Wei Wei. Dessen Zukunftsaussichten wurden in diesem Gremium sehr realistisch und gar nicht optimistisch gesehen. Fast alle glauben, seine Haft wird andauern, die Chinesische Regierung stur und unerbittlich sein und der freien Welt darstellen wollen, wie eigenständig sie in ihrem eigenen Hort jetzt und in Zukunft zu regieren gedenkt. Jeder Besucher an diesem Abend zeigte sich engagiert und bereit, mit Meinung und Zeichen seine Position jedem offen zu legen. Es wurde jedoch darauf verzichtet, eine Unterschriften- liste anzulegen, weil solche bereits national und international zur Verfügung stehen. Nachfolgend ist ein Link dazu aufgezeigt. Wir begrüßen jeden Eintrag zur Solidarität mit Ai Wei Wei, wissend, dass er nicht der Einzige ist, der die Inanspruchnahme einer Freiheit mit Repressalien bis hin zu Todesdrohungen oder gar Vollzug zu bezahlen hat. Wir wünschen Ai Wei Wei die sofortige Freiheit, für die Zukunft das Leben eines Künstlers in der ihm zustehenden individuellen Gestaltung seines Lebens und die Gelegenheit, der Gegenwartskunst weiterhin entscheidende Impulse geben zu können. Sein Kunstkonzept ist die Darstellung der Globalisierung des Kunstgedankens und dessen mitunter profane Erklärung. Die Vase fällt - und erinnert uns Christen an Opfer, von denen wir glaubten, sie seien notwendig für den Fortbestand der Zivilisation und den Glauben, der diese mit Inhalten bestückt. So können Sie Ihre Solidarität wirksam werden lassen: http://imaginepeace.com/archives/14555 Borken, 30. April 2011
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