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Ai Wei Wei ist frei ! Mit Freude und Erleichterung haben wir heute die Nachricht über seine Entlassung aus der Haft gehört und gelesen. Ein Künstler war in Haft - ein Prominenter ! Ganz sicher leiden in China und anderen totalitären Staaten weiter Künstler, Journalisten, Anwälte und andere Meinungsmacher unter willkürlichen Maßnahmen von rigiden Regierungen und beeinflusster Justiz. Im Falle Ai Wei Wei war es wiederholtes brutales Vorgehen gegen einen Künstler, der Jahre lang in Amerika gelebt hat, auf der ganzen Welt anerkannt ist und auf Weltausstellungen der Kunst seit Jahren im Focus stand. In seinem Heimatland, in das er immer wieder seinen Lebensmittelpunkt versetzt hat, ist er böse zusammen geschlagen und seiner Ateliers beraubt worden. Seine Steuerschulden kennen wir nicht, seine Wirtschaftsvergehen können von uns weder gesehen, noch beurteilt werden. Hier hätte es eines fairen Prozesses bedurft mit transparenter Berichterstattung auch für Beobachter aus der freien Welt. Mangels Fluchtgefahr des Beschuldigten war nach unserem Standart eine Inhaftierung überflüssig. In freien Staaten ist die Kunst frei und kann mit Kreativität, Initiative und Darstellungskraft auch Kritik anbringen, die von der Politik oft als unerträglich akzeptiert werden muss. Herrscher wie in China fragen sich, warum Regierende anderer Staaten das ertragen und über sich ergehen lassen. Ihnen fehlt die Einsicht in diese Notwendigkeit der Freiheit des Geistes. Erste Berichte am heutigen Tage der Freilassung des wichtigsten Künstlers in China haben es wieder einmal alle gewusst und aktiv vorangetrieben. Vorn weg die „Aussitzer“ Merkel und Westerwelle, der sich am Tage der Verhaftung wohl in China befand oder gerade auf dem Heimweg war. Eine klare Stellungnahme mit Maßnahmenkatalog als Reaktion fehlte völlig. Ai Wei Wei wird sich noch in diesem Jahr in Berlin niederlassen, ein Atelier einrichten und die Professur an der Akademie der Künste antreten. Er wird wieder nach China fliegen, auch zu einem Prozess, wenn der überhaupt statt findet. Mit seinem neuen Standort Berlin wird die Kunstszene jede neue Attacke in seinem Heimatland mit noch größerem Aufschrei als in diesem Jahr begleiten und ihn damit zu schützen versuchen. Wir haben in der Open Art Galerie am 28. April eine Solidaritätsdiskussion mit Künstlern und Freunden der Galerie geführt, die von allen Anwesenden als fruchtbar bezeichnet wurde. Viele Mails und auch Presseberichte haben uns beigepflichtet und wie wir den Standpunkt bezogen, die Freiheit der Kunst darf niemals zur Position gestellt sein. |