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Elisabeth Schmirl - one_step_closer... Die Themen der gemalten Bilder-Zyklen sind in der virtuellen Welt angesiedelt. „Best Brides“ sind gemalte Porträts von Frauenbildern, die sich im Internet anbieten. Die Serie „Robin“ beobachtet eine Frau per WebCam-Aufnahmen über einen Zeitraum von 2 Jahren. Videos zur Ausstellung (Kris Miko): Pressetext zur Ausstellung: Die kommende Ausstellung vom 29. April bis zum 2. Juni 2007 bestreiten wir mit der Österreichischen Künstlerin Elisabeth Schmirl.Wenn sich „Bestreiten“ recht ungewohnt nach Diskrepanz oder Auseinandersetzung anfühlt, ist das durchaus ein Aspekt, der hier angebracht ist. Denn wir befassen uns mit einer sehr jungen Künstlerin und sind selten so deutlich darauf hingewiesen worden, wie anders diese Generation mit der Welt und den vorgefundenen Beziehungen umgeht, als wir, die damit kämpfen, dass die Woge der virtuellen Zeit nicht über uns zusammenschlägt und mit der Masse der Eindrücke erschlägt. Während wir gegen eine Bilderflut ankämpfen oder uns derer bereits durch Verweigern zum Teil entzogen haben, zum Beispiel durch Totalverzicht auf Fernsehkonsum, ist die Generation der nach 1980 geborenen damit aufgewachsen und hat frühzeitig unbewusst mit der Archivierung von Bildern und anderen mannigfaltigen, oft nur am Rande aufgenommenen Informationen begonnen. Es ist die „WebCam-Generation“. Die 26-jährige Künstlerin Elisabeth Schmirl aus Salzburg kann diese im Laufe ihrer Jahre mit Bewusstsein aufgenommenen Inhalte in einer Sprache äußern, die vital in elementarer Modernität artikuliert. Weil Ohren heute als Wahrnehmungsorgan schon lange nicht mehr ausreichen, sind die Augen gefordert und erleben Außergewöhnliches auf einem Optik-Walk durch diese Ausstellung. Weil der rote Faden „Bilderflut“ das Thema so dominiert, sah sich die Künstlerin gefordert, außer hoher Klasse, ohne die sie niemals die Ausnahmekünstlerin hätte werden können, auch Masse anzubieten. Das Ergebnis sind ihre Bilder in kleinen Formaten und die Forderung an den Betrachter: „One Step Closer“. Elisabeth Schmirl gehört zu den jungen Künstlern, denen kaum Worte zur Erklärung ihrer Arbeiten zu entlocken sind. Vielmehr treten ihre Bilder sofort und unaufgefordert in einen Dialog mit dem Betrachter und stellen viele Fragen, geben aber nur einige Antworten. Sie stellt damit eine Situation her, wie wir sie mannigfaltig beim Surfen im weltweiten Informationsnetz immer wieder erleben. „Was wollen die mir sagen ?“ resigniert man oft und schaltet weiter in Ermangelung von Zeit zur Auseinandersetzung mit dem Gesehenen und Gehörten. Diese Bilder gehen anders mit Ihnen um. Sie entlassen Sie nicht zur nächsten Ansicht, ohne ihre Fragen los zu werden, Ihre Antworten zu erwidern. Man glaubt, die Reflektion des Bildes zu erfahren, das dann mit diebischer Freude von sich zu geben scheint, auf welchem falschen Fuß man doch erwischt wurde. Die Künstlerin arbeitet in Zyklen mit Themen. Doch verlassen Sie sich nicht auf sichere Pfade. Wohl kaum werden Sie ihre Spielregeln in „Cardplayers Cardsystem“ begreifen. Und die „Karten“ kann niemand halten. Denken wir aber an Spielkarten mit Zukunftsblick, ist Interpretation gefragt und darum geht es hier, darauf hat sich der Betrachter einzulassen. Er wird Szenen finden, die er mit seinem Leben, seiner Person und seine Wünschen assoziiert. Er wird sich dessen kaum erwehren können. „Best Brides“ ist sogar ein deutlicher Angriff auf den Kunstfreund. Glaubt er sich mit einem Gemälde zu einer Miss-Wahl geschickt, trifft ihn das nächste wie ein Schlag in die Magengrube. Ein Drittes stülpt sein schlechtes Gewissen nach außen. Aber es ist wie das Leben: Happyness folgt Alltag oder Schlimmeres. Andere Bildgruppen zeigen ganze Stories, die einen Dialog erfordern, an denen man keinesfalls wehenden Kleides vorbeikommt. Bei solchem Versuch wird Sie das Bild zurückpfeifen und auf die Auseinandersetzung bestehen. Wenn auch das Ergebnis besagt, diese Geschichte ist banal und ohne Tiefsinn. Aus dem Kinosessel kommt man auch nicht so ohne Weiteres wieder hoch. Doch schon die nächste Fabel ist hoch aktiv und dockt an. Elisabeth Schmirls Bilder sind nicht stumm. Die Ohren sind ständig auf Empfang, weil die Augen umfangreiches Geschehen mitteilen, das mit seiner Dichte ohne Audio-Unterstützung eigentlich gar nicht transferiert werden kann. Scheinbar unbeteiligt, wie eine WebCam präsentiert uns die Künstlerin Bild um Bild und scheint amüsiert über unsere Nöte mit ihren Arbeiten. Sie spricht und schreibt - malt - in ihrer Sprache und überlässt uns das Verstehen und den Kampf mit der Bilderflut. Ihre Bilder sind klein, doch ihre Arbeit muss man mit „Great“ bezeichnen. Bilder der Vernissage: {gallery}ausstellungen/onestepcloser/vernissage{/gallery}
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