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Korea - ganz jung 4.Mai - 8.Juni 2008
Die mutige Ausstellung "Korea - ganz jung" startete mit der Vernissage am Sonntag, 4. Mai, in der Open Art Galerie für Gegenwartskunst.
Drei junge Maler aus Korea, die an Kunsthochschulen in NRW und vorher in ihrem Heimatland studiert haben, beweisen ihren Individualismus mit Leinwandarbeiten in jeweils eigenem Duktus.
Politisch kämpferischer Geist, persönliche Psyche und romanhafte Ausgestaltung sind die unterschiedlichen Aussagen der drei Künstler durch ihre Bilder.
Mehrere große Aktbilder von Kwang Sik Im zeigen unaufdringlich Haut berühren aber den Betrachter eindringlich. Die marmorne Bildoberfläche strömt Kälte aus, trifft aber gleichwohl in Herz und Gemüt.
Was ist schon der bestausgerüstete Spielplatz, wenn die Kinder fehlen ? Welchen Zweck erfüllen Ventilatoren ohne Raum ? Darf Malerei politisch sein ? Min Su Kang setzt Fragen in Malerei und zeigt damit eindrucksvoll, wie Kunst in ihren Bann ziehen kann.
Kein Tag wie der andere, jeder Alltag birgt Überraschungen. Unvorbereitet fallen die Farben in die oft dunkelgrundigen Bilder von Hyuk Dong Jang. Da verlässt ein aufrecht stehender Panther drohend ein Ladenlokal. Total normal ?
Die Frage nach der Schönheit in der Kunst ist hier endgültig von begeisternder Aktualität in den Hintergrund verschoben worden, Ästhetik aber als Grundlage geblieben.
Zwei Installationen von Su Jin Do surrealisieren Metaphern des Belgischen Klassikers René Magritte und stellen die Frage nach der Realität anhand der Perspektivbetrachtung.
Ji Eun Yoon hat in die Galerie zwei große extrem farbige Gebilde gestellt und zwingt zum Nachdenken über Zweckmäßigkeit und den eigenen Standpunkt. Welche Aufgabe hat ein Tisch ? Wer kümmert sich um unsere Welt, können künftige Generationen diese überhaupt tragen und wird sie immer rund bleiben ?
Zum ersten Mal wagt die Open Art Galerie die Präsentation von Video-Kunst in einer eigens dafür eingerichteten Black-Box. Der Film von Mioon, das ist das Koreanische Ehepaar Min Kim und Moon Choi, beschäftigt sich in 18 Minuten Dauer mit dem Wirken der Kunst auf den Einzelnen in einem Gespräch zwischen Künstlern und Publikum. Das Künstlerpaar hat an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Medienhochschule Köln studiert und bekleidet an der Universität Seoul ein Professorenamt. Das neue Filmwerk feiert in der Galerie seine Weltpremiere.
Eingebettet in die biennale Ausstellungsreihe "Artdot" ist diese Kunstpräsentation noch bis zum 8. Juni 2008 in der Open Art Galerie für Gegenwartskunst zu sehen. Die Öffnungszeiten sind: Montag bis Freitag 15 bis 18 Uhr 30 und Samstag von 10 bis 14 Uhr.
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Korea ist jung. Dieser Teilstaat hat sich vor wenig mehr als 50 Jahren neu erfunden, hat sich mit seiner Ökologie und Gesellschaft nach dem Krieg um die kommunistischen Einflüsse ab 1953 einer umfassenden Erneuerung unterzogen und sich dem Wandel in der Nachkriegswelt des Westens angeschlossen.
Südkoreas Öffnung und Orientierung nach Amerika und Europa ging mit einer Aufgeschlossenheit und Liberalität einher. Planvoller Aufbau von Industrie und Handelsstruktur ließen soliden Wohlstand entstehen. Das ehrgeizige Volk hat mit Disziplin und Fleiß einen Platz in der Welt besetzt, der in seiner Weltregion zur Spitze gehört. Schöpfend aus Tradition sind Intellekt und Technologie taktisch klug eingesetzt, globale Marktchancen wurden analysiert und genutzt. Alle Erfolge erscheinen gut vorbereitet, nichts dem Zufall überlassen.
Koreas Kultur ist in Europa bereits eine feste Größe, in der Kunst sowieso. Aber Nam June Paik sollte nicht als Bespiel für den Weg junger Kunststudenten nach Europa angesehen werden. Seine Position basierte auf der im Rheinland vorgefundenen Szene in den 60iger und 70iger Jahren, als er hier Beuys und Vostell vorfand und mit John Cage und Stockhausen auf Musiker traf, für die Tradition und Erkenntnisse daraus einfach nicht vorhanden waren.
Heute kommen aus Südkorea sehr junge Studenten, die aber bereits an dortigen Hochschulen Kunst studiert haben und mit dem Wunsch an unsere Akademien kommen, das fundierte Wissen der westlichen Welt in ihre Horizonte zu integrieren. Hier gewinnen wir den Eindruck, sie schätzen die bei uns praktizierte Freiheit der Kunst über alle Maßen und können überbordende Fantasie gemeinsam mit dem in Europa Erlernten in extrovertierte Arbeiten umsetzen.
Mit Afrikanischer Kunst waren wir im Mai 2004 an unserem Standort noch vor der weltberühmt gewordenen Show "Afrika Remix" präsent und weniger als zwei Jahre nachdem acht Österreichische Künstler unter dem Titel "Kunst hoch 8" ihre Positionen hier zeigen konnten, werden Kunst und Kultur Österreichs in vielen Städten von NRW in diesem Sommer umfangreich vorgestellt.
In biennaler Folge zeigt die Open Art Galerie für Gegenwartskunst in Borken mit "Korea - ganz jung" eine dritte, jeweils national ausgerichtete Gruppen-Ausstellung in Borken und damit ein Spektrum der Gegenwartskunst, das der Präsenz in europäischem Kunstgeschehen entspricht. Diese und zukünftige im Zweijahresrhythmus statt findenden Ausstellungen mit internationaler Beteiligung wollen wir unter dem Begriff "Artdot" durchführen. "Artdot" will sich bei dieser Ausstellung erstmals mit seinem Logo präsentieren.
Auf solide Erfolge können das Künstlerehepaar "Mioon", das sind Moon Choi und Min Kim ihre Arbeiten aufbauen. Beide haben an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert und an der Medienhochschule Köln ihr Wissen für ihre performativen Video-Werke vervollkommnet. In der erstmalig in der Open Art Galerie eingerichteten "Black Box" können wir deren neueste Arbeit "A Side of Audience" zeigen und damit sicherlich einigen Mioon-Fans eine Premiere der bereits bekannten Video-Künstler präsentieren.
Ji Eun Yoon ist uns seit 2004 bekannt und garantiert Skulpturen mit Hintersinn und Aha-Effekt. Sie hat sich im Studium bei Professorin Katharina Fritsch an der Kunstakademie Münster als Meisterschülerin perfektionieren können und ihren sehr früh zu erkennenden eigenen Stil zu erstaunlicher Reife gebracht. Ihre große eindrucksvolle Skulptur wird auf unserem Plakat präsentiert.

Kwang-Sik Im kam mit einer soliden Ausbildung aus Korea nach Münster und war mit diesem Fundament in der Lage, sich kritisch und kreativ mit neuen Anforderungen auseinander zu setzen. Künstlerische Fähigkeiten und intellektuelles Denken schufen mit emsigem Fleiß Werke mit Meisterstatus, auch dank seiner abgeschlossenen Künstlerausbildung an der Kunstakademie Münster. Seine Malerei ist fein wie Meißener Porzellan !

Min-Su Kang zeigt Malerei, die unter die Haut geht. Es ist selten geworden, dass ein Maler den Mut zu politischen Themen hat und sein Talent kritisch anwendet. In seine Arbeiten eingebrachte Figuren und Objekte erscheinen transplantiert und kehren eine scheinbar zunächst beabsichtigte Aussage um, verändern ein Ziel. Der Betrachter wird in einen Entscheidungsprozess hineingezogen und wird erst mit Konzentration Herr der Dinge.
Europäischer Surrealismus nochmals surrealisiert von der Koreanerin Su-Jin Do als skulpturale Installationen. Hier trifft es aufeinander: Ist es Humor, vielleicht Satire der Kunst Europas oder kommen hier einfach Gemeinsamkeiten zu Tage: Der Melonenmann des Renè Margritte. Würden Sie sich herausnehmen, eine Asiatische Kultfigur satirisch zu interpretieren ?
Hyuk Dong Jang hat freie Malerei an der Fachhochschule Bielefeld bei Professor Geilen studiert. Nach Ausstellungen in Paris Düsseldorf und Bielefeld konnten wir ihn gewinnen, mit seiner ungewöhnlichen Malerei an unserer Ausstellung teilzunehmen.
Sieben Individuen - sieben Koreanische Künstler. Wir glauben, hier können wir Einzelkünstler präsentieren, die dem kritischen Geschmack Europäischer Kunstliebhaber standhalten können und vergessen lassen, was hier an Begriffen hochgepusht worden ist. Schnell aufsteigende Kometen werden verlöschen wie ihre astronomischen Vorbilder. Die solide Arbeit dieser jungen Koreanischen Künstler basiert auf Individualität und Innovation. Wir wollen gern eine Station auf einem vorgezeichneten Weg zum Erfolg sein, der sich nicht auf Korea, Deutschland oder Europa beschränken wird. |