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P-Art Polnische Gegenwartskunst Polnische KünstlerInnnen in der Open Art Galerie für Gegenwartskunst, eingebunden in das Münsterland Festival "part 4" mit Kulturpräsentationen aus den Baltischen Ländern. Als Anfang der neunziger Jahre der Eiserne Vorhang fiel, war die westliche Kunstszene gerade durch eine tiefe Depression gegangen. Stellenwerte, Ausrichtungen, Gewichtung von Kunstdisziplinen und Schauplätzen ordneten sich neu. Durch die schnelle Einbindung der gefallenen DDR an die westliche Welt entstand eine Neugier, zu erfahren, wie rückständig und gegängelt die Kunst dort geführt war und was daraus entstehen konnte. Andere Länder des ehemaligen Ostblocks öffneten sich langsamer. Schnell war aber zu erkennen, welche Fehlinterpretationen aus westlichen Standpunkten entstanden waren. Künstlerische Freiheiten und das Festhalten an avantgardistischen Grundsätzen haben hier manchen Kritiker veranlasst, seine Positionen zu überdenken. Hat die Russische Avantgarde sich erstaunlich frisch und konstant kreativ zeigen können, so ist auch für Polen festzustellen, wie treu Künstler ihrer Intension waren. Die solide Ausbildung an Akademien und Hochschulen entließ kreative Künstler, die in der Lage waren durch ihre Werke ihre Gefühlslage und ihren oft äußerst politkritischen Standpunkt unangreifbar ins Bild zu setzen. Die speziellen Probleme der Kunst in totalitären Staaten, mit Arbeiten nicht anzuecken, dennoch deutliche Äußerungen zu fertigen, haben Qualitäten entstehen lassen, die eine besondere Individualität dieser Arbeiten begründen. Die Sicht jedes einzelnen Künstlers und sein Standpunktes im System zeigt sich im Diskurs seiner Arbeit. Die Freiheiten in Polen sind seitdem in Stufen gewachsen. Die volle Reisefreiheit ist nach Eintritt in die EU erst vor mehreren Monaten durch Polens Integration in die Schengen-Staaten gewonnen worden. Die Kunst aus Polen konnte aber ungehindert Akzente setzen. Bei großen Kunstereignissen, wie der "documenta", der "Biennale Venedig" oder den "Skulpturprojekten Münster" wurden herausragende Arbeiten Polnischer Künstler gezeigt, die zurecht ausgezeichnet, von der Welt diskutiert und hoch geachtet wurden. Mit Hilfe des Polnischen Institutes Düsseldorf haben wir eine Auswahl treffen müssen, die uns angesichts der Qualität des Angebotes Polnischer Künstler schwer fallen musste. Video zur Ausstellung (Kris Miko): Das Künstlerpaar Mariola Wawrzusiak und Rafal Borcz hat den Wolf als Leittier für ihre Arbeiten erwählt. Seine Symbolkraft als gerissener Jäger, der sich im Rudel stark fühlt, ist in die grob geschweißten Metallskulpturen von Mariola Wawrzusiak eingeflossen. Rafal Borcz zeigt das andere Gesicht des Tieres, betont das Fell, zeigt seine natürliche Schönheit und den Hundeblick.
Bogna Burska zeigt in Fotos Strukturen, die unter die Haut gehen. Der Blickpunkt, der Ausschnitt, die Lichtzufuhr, die Manipulation des Objektes geben ihren Bilder eine Aussagekraft, die diesem Medium nicht zugetraut worden war. Oft ist Malerei fotogetreu. Hier zeigen Fotos Horizonte auf.
Selbst kleine Leinwände werden von Anetta Küchler-Mocny mit grobem Pinsel bearbeitet und zeigen trotzdem realistische Malerei mit Aussagen, die Ironie und die Kritik an grundlegenden Standpunkten beinhalten. Weil sie in Münster wohnt und an der dortigen Kunstakademie ausgebildet wurde, kann sie den Spannungsbogen von polnischer zur deutschen Gesellschaft virtuos in ihrer Malerei als Thema einsetzen. Wir konnten Anetta Küchler-Mocny als Kuratorin für diese Ausstellung gewinnen.
Das Münsterlandfestival "part 4" wird mit der Eröffnungsfeier am Freitag, 29. August, beginnen und bis in den Oktober hinein vielfältige Events in Musik, Literatur und Kunst präsentieren. Unsere Ausstellung P-Art ist einer der Inhalte und wird am Sonntag, 31. August, um 17 Uhr mit der Vernissage in der Open Art Galerie für Gegenwartskunst, Neutor 15, 46325 Borken eröffnet. Sie ist dort bis zum 5. Oktober 2008 präsent. |