Manel Marzo-Mart
PEINTURE - GRAVURE - SCULPTURE - MOBILES

22.Februar - 5.April 2009

MANEL MARZO-MART - Traditionalist mit Visionen

Design folgt Form, Farbe füllt Inhalte der Gestaltung. Kunst ist mehr.

Nicht von ungefähr gibt es Berufsbezeichnungen, die existenzielle Unterschiede deutlich machen. Wenn sich Künstler von Designern und Gestaltern abgrenzen, ist das keine Kompromittierung. Der Designer will nicht Künstler sein, wie dieser sich sieht. Der Gestalter wird Ästhetik und Ausgewogenheit immer im Blick haben. Der Künstler jedoch kann Illusionist, Visionär, gar Chaot sein. Er kann aber auch Design und Gestaltung in seine Dimension erheben, vergeistigen und Farbe und Form für seine Intensionen heranziehen. Er hat die Möglichkeiten in der Anwendung von Form und Farbe und kann sie für seine künstlerischen Freiheiten in kreativer Vielfalt einsetzen.

 


Manel Marzo-Mart ist Meister der Formen eigener Schöpfung. Seine abstrakten Figuren sind urban, archaisch, verblüffend einfach aber mit beispielhafter Aussagekraft. In seinen Bildkompositionen wirken sie wie Werkzeuge, Gebäudefragmente und Inhalte geheimnisvoller Systeme.

Allen Arbeiten liegt eine Statik zugrunde, die nicht immer logisch aber in jedem Falle ästhetisch erscheint. Erst bei seinen Mobiles ordnet er sich der Gravitation marzomart2unter.

Seinem Einsatz von Farbelementen scheinen langwierige Überlegungen zugrunde zu liegen, weil sie immer so perfekt angewendet sind und dennnoch an unerwarteten Orten ungeahnte Wirkung erzielen.

Abstrakte Figuren und Raumelemente bilden in Ausgewogenheit die Bildkomposition und bieten dem Auge eine Ahnung von der optimalen Perfektion, deren Existenz in der Vielzahl der Varianten unbekannt war.

Jedem Werk liegt eine Bildkomposition zugrunde, die eine geheimnisvolle Harmonie zaubert und der Schönheit in der Kunst ein Comeback einzurichten scheint.

Manel Marzo-Mart ist Katalane, wohnt an der Costa Brava, nördlich von Barcelona, ist dort 1944 geboren. Seinen beruflichen Werdegang begann er als Technischer Zeichner, studierte Kunst an der Akademie Vilajosana. Nach der Einrichtung eines Ateliers in einem Pyrenäendorf 1967 gründete er bereits 1970 ein weiteres in Basel. Ein Stipendium der Juan-March-Stiftung ermöglichte ihm die Zusammenarbeit mit Johnny Friedländer, dem großen Radierer, in Paris. Bald war er der gefragte Grafiker, der auch für die bekannte Leblanc-Presse arbeitete. Die Qualität dieser Kontakte schuf die Basis für seine Popularität in Fachkreisen. Heute wird er in vielen Europäischen Ländern von namhaften Galerien mit seinen Arbeiten vertreten.

marzomart1Ein anderer Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Ausbildung von Grafikern, Künstlern und Druckern, die er in Ateliers und Studios in Basel und Paris durchführen konnte. Seit etwa 20 Jahren in Sant Feliu an der Costa Brava gehört sein geräumiges Atelier zum Studienort vieler Kunststudenten.

Es ist fast überflüssig, zu erwähnen, dass in fast allen Ländern Westeuropas Museen, Galerien und namhafte Kunstvereine gern Ausstellungen mit seinen Arbeiten gezeigt haben. In den USA wurden seine Werke in Florida und Texas gezeigt.

In seiner Heimatstadt und vielen Nachbargemeinden befinden sich großformatige Skulpturen aus seiner Werkstatt, die oft auf Kreisverkehren von der Kunstsinnigkeit der Kommunen Zeugnis ablegen. In der dortigen Region ist er eine Größe als Künstler. Im westlichen Europa sind mit seinen Arbeiten verschiedene Ausstellungen erfolgreich gezeigt worden. In namhaften Galerien werden seine Arbeiten angeboten.

Wir haben diesen wichtigen europäischen Künstler im Oktober 2007 in Spanien kennen gelernt und unmittelbar seine exzellente Klasse festgestellt. Weil wir umgehend in gleicher (Kunst-) Sprache redeten und Vertrauen zueinander hatten, konnten wir in der Galerie danach seine Arbeiten vorzeigen. Schneller als erwartet, haben unsere Kunden die Klasse dieses Künstlers erkannt und sich Arbeiten gesichert. Inzwischen können wir von Marzo-Mart-Sammlern reden.

Eine selten angewandte Kunstdisziplin ist das Mobile. Als Kinderkram diskreditiert, scheint es in der Kunst einer Grundlage zu entbehren. Deshalb haben sich nur wenige Künstler diesem komplizierten Medium verschrieben. Man kennt Alexander Calder und Georges Rickey, die mit Mobiles Kunstgeschichte geschrieben haben. Marzo-Mart hat nicht nur die Balance, er hat seine Figurationen, die als Raumelemente geradezu prädestiniert sind. Schweben sie erst im Space, ist der Betrachter versucht, sich atmosphär vom Boden zu entfernen.

In den Skulpturen des Spaniers finden wir seine Formen, die Ästhetik, Statik, Farben und Harmonie wieder. Hier kommt der Gedanke an das Bauhaus, an Architektur der Moderne, ohne den Mut zum Experiment vermissen zu lassen. Das Spiel, ein Nutzen, die Schönheit, das Wagnis, die Form und gezielt eingesetzte Farbe sind punktuelle Elemente der anspruchsvollen Kunstwerke.

Die gerahmte Grafik an der Wand, das schwebende Mobile im Raum und die Skulptur als mobile Erhabenheit, diese Kunstwerke von Manel Marzo-Mart haben einen eigenen Kosmos. Jedes einzelnes Werk daraus hat eine Bedeutung wie ein Meteorit - und auch dessen Wirkung.

Cut-Out-Kollagen sind nicht eben ein gängiger Begriff in der Kunstszene. Manel Marzo-Mart hat Werkzeuge an der Hand, mit denen er beeindruckende Arbeiten schaffen kann, deren Existenz bisher fremd war. Die Herstellung von Papieren verschiedener Konsistenz gehört dazu. Gedruckte Formen, auf Papieren von Fein zu Grob, ausgeschnitten und zu einander komponiert - er hat Möglichkeiten mit dieser Technik, mit der sich vieldimensionierte Visionen auf Papier bannen lassen. Als kleine Kostbarkeit, etwa 20 x 20 cm, sind sie ebenso schnell der Favorit wie als Großformat der sofortige Blickfang. Prelude, Harmonie und eindrucksvolles Stakkato sind als Bezeichnungen für diese ungewohnt tiefgehenden Kunstwerke angebracht.


Manel Marzo-Mart wird zur Vernissage unserer Ausstellung am Sonntag, 22. Februar, um 17 Uhr anwesend sein. Auch unseren Auftritt zur "22. Deutsch-Niederländischen Grafikbörse" vom 27. Februar bis zum 1. März im Borkener Vennehof wird er persönlich begleiten. Unsere Präsentation seiner Arbeiten in der Galerie läuft bis zum 5. April 2009.

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