TOGO LOME - DIDIER
10.Mai - 21. Juni 2009

Kein Kunstkritiker, kein Fachjournalist wird sich erlauben, ein künstlerisches Werk als "bunt" zu bezeichnen. Dieses Wort erniedrigt, weist auf unsachgemäßen Ausdruck, ist verpönt.

Afrikanische Gegenwartskunst spielt in der Kunstszene immer noch eine Außenseiterrolle. Einen fröhlichen, ungezwungenen und spontanen Entscheid für eine unter die Haut gehende Arbeit eines Afrikaners, erlaubt sich der Kunstliebhaber kaum, weil im Hinterkopf die Frage nach der Position am Markt eines solchen, aus dem üblichen Rahmen fallenden Kunstwerkes offen bleibt und in keinerlei Wertigkeit einzuordnen ist.

Den "Schwarzen Kontinent" sehen wir Europäer als Problem beladen, ja als unheilbar mit seinen politischen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Unzulänglichkeiten. Es erscheint uns unbegreiflich, wenn Afrikaner dennnoch an jedem Tag ihres Lebens ihre Fröhlichkeit demonstrativ nach außen tragen.

Nur wenigen Afrikanischen Künstlern ist es gelungen, in Europa ihre Arbeiten vorstellen zu können oder gar sich einen Namen geschaffen zu haben. Cheri Samba aus dem Kongo ist der Sprung gelungen. Seine Präsenz mit mehreren großformatigen Bildern im internationalen Pavillon der Biennale Venedig 2007 und viele Auftritte im internationalen Kunstgeschehen haben ihn zu einem ganz Großen gemacht. Der Marktwert seiner, in der Aussage kräftigen und oftmals derben kritischen Gemälde, ist oft sechsstellig. Und diese Bilder sind "bunt". Ganz sicher würde er selbst diese Bezeichnung sofort unterschreiben.

Didier Ahadsi malt nicht auf Leinwand. Sein Medium sind Metallfiguren, die nach der Erstellung eines Inhaltskonzeptes aus Blech geschnitten, gebogen, verschweißt, geschliffen mit vielerlei eisernen Kleinteilen ergänzt erst dann fantasievoll bemalt werden - kunstvolle Malerei, so bunt wie der Afrikanische Alltag.

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