Storytelling - Fotokunst von Holger Luczak
21. Februar - 28. März 2010

AKTUELL: Bericht über unsere Ausstellung bei kuvi.de

Das schöne Bild eines Erlebnisses oder einer Urlaubserinnerung. Aber gönnen Sie der Vision doch besser einen zweiten Blick und Sie sind schon mittendrin in der Fotokunst des Holger Luczak.

Erzählt das Bild oder stellt es Fragen ? Wollen Sie antworten, zuhören, zusehen oder einfach die großen Formate von 140 x 108 cm genießen ?

Wir haben uns zum ersten Mal an das Kunstmedium Foto herangetraut ! Das Foto nimmt im Kunstkonsens immer breiteren Raum ein. Wann ist ein Foto Kunst ? Wir müssen uns damit auseinandersetzen.


Holger Luczak ist ein vielseitiger Künstler mit einer interessanten Vita und wird zur Vernissage unserer Ausstellung am

21. Februar 2010 um 17 Uhr in der Galerie

ebenso präsent sein, wie zu unserem gemeinsamen Auftritt auf der Borkener Grafik-Börse am 5.,6. und 7. März im Vennehof.

In der Galerie zeigen wir die Ausstellung bis zum 28. März 2010.

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Videos zur Ausstellung (Kris Miko):

Wir stehen am Anfang ! Lange Zeit haben wir Kunst ausgestellt und uns mit allen Disziplinen bis hin zu Performance auseinandergesetzt. Doch das Foto als Kunst müssen wir erst lernen.

Wann ist ein Foto eine Abbildung, wann ist es Kunst ? Beim Durchblättern der letzten Ausgabe des Kunstmagazins „monopol“ wurde uns Joel Sternfeld als einer der wichtigsten Fotokünstler der Gegenwart vorgestellt. Mit Fotos aus dem bekannt langweiligen amerikanischen Mittelwesten, älteres Ehepaar in altem Auto, der endlose Schienenstrang, Obdachlose vor ihrem Heim auf der Treppe sitzend und ähnlich spannende Bilder. Wir müssen noch viel lernen !

Natürlich haben wir Mapplethorpe, Newton, Nan Goldin, Annie Laybowitz, Helen Lewitt, Ansel Adams, Benjamin Katz verstanden, haben die Bechers gelernt, verehren Andreas Gurski, kennen Thomas Ruff, Thomas Struth - die Becher-Schüler - Jo Lafontaine, Rineke Dijkstra und wissen über die Visionen von Lazlo Moholy-Nagy und Andreas Feininger, die Kunstwerke des Man Ray sind im Gehirnbestand, August Sander, Umbo, der Schweizer Polizist Odermatt – alles bekannt !


 


Die gute Leistung und der Erfolg eines Künstlers steht und fällt mit dem Konzept hinter dem Kunstwerk. Nur wenn sein Werk in der Lage ist, den vorbei eilenden Betrachter festzuhalten, seinen flüchtigen Blick zu bremsen, es einen Teil seiner Botschaft vorsichtig preisgibt, mit ihm eine Diskussion beginnt, wird er sich mit der Arbeit beschäftigen und deshalb dafür interessieren. Dauert diese freundliche Auseinandersetzung an, kauft er das Bild und führt den Konsens zu Hause fort bis ihm sein Kunstwerk zum Partner mit andauernden Botschaften geworden ist.

Das Konzept macht also das Kunststück aus und verschafft ihm die notwendige Nachhaltigkeit. Offensichtlich gelten diese Regeln auch für das Foto als Arbeit eines Künstlers.

Der Betrachter der Fotoarbeiten von Holger Luczak mag zunächst denken, der Autor hat die Absicht, ihn zu foppen. Slapstick oder gar Satire in der Kunst ist gar nicht neu und auch nicht der falsche Weg zu guter Kunst. Die Hintergründe sind hier aber Andere. Holger Luczak zeigt ein Foto, wo er doch auch eine Bildfolge hätte zeigen können, also einen Film oder einen Comic-Strip. Diese beiden Medien zeigen nicht nur die Momentaufnahme sondern erzählen in Bildern. Holger Luczak bringt die Story in ein Bild, nicht um das Geschehen zu komprimieren, sondern um die Geschichte mit Spannung anzureichern.

Eine dieser Stories geht so: Ein Kunstinteressent betrachtet Bronzeskulpturen in einem Museumshof und fotografiert diese. Die Figuren sind statisch, der betrachtende Fotograf von sehr mobiler Kinetik. Fast sind seine Bewegungen, um ein Fotoergebnis optimal zu schaffen, als Performance zu bezeichnen. Sein Tanz um die Objekte ist in einem Bild zusammengefasst. Ein Film könnte nicht mit diesem Effekt aufwarten.

Es ist eine fotografierte Choreografie, die unser Plakat ziert. Ein Blick aus dem obersten Stockwerk des Düsseldorfer Kunstmuseums „K 21“ in den wunderbaren Innenraum, in dem seit der Eröffnung im Jahre 2002 ein rotierender Ventilator - ein Kunstwerk von Olafur Eliasson - den Besuchern klar macht, welches Kunstverständnis hier mitzubringen ist.

Vier junge Besucher haben mit dem schwingenden Ventilator wohl fangen gespielt oder sind ihm hinterher gelaufen. Holger Luczak hat daraus einen Tanz gemacht, Dynamik und Eleganz eingefangen und das in einem einzigen Bild so komponiert, als würde man Musik dazu hören.

Eine Museumsbedienstete betrachtet die Szene und rundet die Bildgestaltung in Farbe, Aufteilung und Ausdruck ab. Dieses Foto mit seinen Mitteilungen hätte auch als Gemälde kein größeres Meisterwerk sein können.

Holger Luczak ist Künstler, hat als Werbe-, Industrie- und Architekturfotograf, als Kameramann auch fürs Fernsehen gearbeitet, Kunst studiert und fast 10 Jahre als Landwirt die Welt aus anderen Blickwinkeln gesehen. Jetzt sind die technische Optik und seine Fantasie, gepaart mit seinen Lebenserfahrungen, wieder seine Werkzeuge. Aus den Komponenten entsteht Kunst - Fotokunst.