Eine Ausstellung mit großformatiger Malerei und einer irritierenden Installation des jungen Künstlers Philip Lorenz

-------------------------------
Ausstellung bis zum 12. Februar 2012
Wir eröffnen mit der Vernissage am Sonntag, 8. Januar 2012, um 17 Uhr.
-------------------------------

Das Fehlen von Schmunzeln und Scherzen ist noch keine Depression. Eine Winterreise ist nicht nur die Abwesenheit von Wärme und gleißender Sonne.

Ein reger Geist kann ohne lärmende Freizeitaktivitäten Prozesse aktivieren, die tiefgründig sind und künstlerische Kreativitäten dann anfeuern.

Hier ist ein großes schwarzes Instrument gestrauchelt, ja ernsthaft danieder liegend. Ein rotes Dekorations-Accessoire ist offensichtlich bei dem Geschehen gefallen und dient nun als das blutige Tuch in der Malaise. Ist in dem Piano der gestürzte Stier erkennbar, erfassen wir seine himmelwärts gegrölte Wut, seine Rachegelüste und auch seine Ohnmächtigkeit in der Realität.

lorenz3Aber ein Teil von ihm ist empor zu neuen Realitäten. Der Flügel des Flügels hat Aufwind, versteht sich als eigenständiges Element, unterwegs zu individuellen Aktivitäten.

Dekonstruktion als Basis für Novitäten, für die Chancen, erfolgreiche Eigenleben zu installieren und die Stärke, von der die Zukunft leben muss, auch zu zeigen.

Philip Lorenz führt mit seinen Arbeiten in bisher unbekannte Niederungen und zeigt darin die Erhöhungen der Zukunft. Er hat in unsere Räume eine Installation montiert, die Rätsel aufgibt, in ihrer schlichten Gestaltung eine Leere zeigt und auffordert, mit Fantasie und Disziplin in den Gedanken, Raum und Inventar anzufüllen und ein fröhliches Bild vor Augen zu schaffen.

Sie sind mit der Winterreise unterwegs von dunklen Visionen zu gleißendem Weiß. Wie aus fruchtbarer Asche von aktiven Vulkanen neues Leben sprießt, erkennt der Rezipient Zukunft, Kraft und Hoffnung in großen Leinwandbildern und stummen Gegenständen, die eindringlich mit deutlicher Stimme von den Niederungen der Vergangenheit und dem oben installiertem Licht auf dem Weg Zeugnis geben.

Philip Lorenz ist 1977 geboren, Künstler aus eigener Bestimmung und Wanderer zwischen der Realität des echten Lebens und des Wissens, nicht ohne das Denken und Handeln der anderen Ebene auszukommen. Er hat das Glück, mit Kunst einen talentierten Umgang pflegen zu können und damit seine Nachrichten an die Umwelt zu senden. Sollten diese als Verschlüsselungen angesehen werden, fordert er auf, in seinen Kosmos zu folgen.

Erwin Kleinau im Januar 2012