Galerie-Rückblick auf das Jahr 2006

Nach Weihnachten ist es wieder an der Zeit auf ein Jahr Galeriearbeit mit einem Resümee zurückzublicken und schon die kommenden Monate fest ins Auge zu fassen.

Das 16. volle Jahr der Galerie-Existenz ist abgeschlossen. Natürlich haben sich in dieser Zeit vielfältige Änderungen in der Arbeit und Außendarstellung der Galerie ergeben.


Der Namenszusatz „Galerie für Gegenwartskunst“ ist seit einigen Jahren mit entsprechenden Inhalten versehen worden.

Neue Werbemaßnahmen unterstützen unsere Bemühungen, die Galerie über Borkens und der Region Grenzen hinaus bekannt zu machen. Wir setzen dabei auf Permanent-Werbung mit unserem Logo. Wöchentlich einmal ziert es die Kulturseite der „taz-nrw“ und monatlich mit zwei Auftritten in der NRW-Kultur-Zeitschrift „K-West“. In Borken zeigt die Wochenzeitung „maz“ in jeder Ausgabe unser Logo auf der 2. Seite mit Veranstaltungsterminen um unseren Kirchturm herum.

Im März zeigten wir in der Ausstellung „Zeitspuren“ Arbeiten der Niederländischen Künstlerin Gerina Zonder und Skulpturen der Bildhauerin und Designerin Sigrid Neuwinger. Waren die Werke von Frau Zonder unspektakulär aber nachhaltig, zeigten die Gebilde aus Alltagsgegenständen von Frau Neuwinger Ernsthaftigkeit mit einem Augenzwinkern. Das von Betrachtern oft geäußerte „das kann ich auch“ hat mancher nicht zu Ende denken gewagt und sich den Spruch verkniffen.

Die zweite Galerie-Ausstellung des Jahres zeigte mutige Malerei ohne Personen, Tiere, Pflanzen. Dieter van Offern malte Gebäude und konnte deren Charakter derart intensiv darstellen, dass jeder den Ausstellungstitel „Porträts“ unschwer mit den abgebildeten Häusern in Verbindung brachte. Dieter van Offern hat Anfang der 70iger Jahre in Düsseldorf bei Ruprecht Geiger studiert und uns manchen Blick in aufregende Zeiten wilder Jahre gegeben, in denen sich Kunstgattungen bildeten und künstlerische Gruppen für studentische Kurzweil bei innovativer Kreativität sorgten.

Schon zum vierten Mal haben wir am ersten Samstag im November zu einem Event bei einem guten Tropfen und feinem Imbiss eingeladen. Unser Gast war - passend zur Gebäude-Malerei - der Architekt Werner Ruhnau. Der erfrischende von Lichtbildern unterstützte Vortrag des heute 84jährigen Erbauers der Theater Münster und Gelsenkirchen fand begeisterte und aufmerksame 60 Besucher. Er hat sich in seiner erfolgreichen beruflichen Laufbahn stets für Kunst am Bau eingesetzt und fast nebenbei den eingebundenen Künstlern zu Weltruhm verholfen. So haben Yves Klein, Jean Tingely und Norbert Kricke mit ihren Arbeiten am 1959 eröffneten Gelsenkirchener Theater ihre weitere Karriere unterstützt oder ihren Weltruhm begründet. Obwohl früh verstorben, gilt Yves Klein als einer der bekanntesten Künstler Frankreichs. Jean Tingely ist in der Schweiz ein eigenes Museum gewidmet. Norbert Kricke war Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie, als Josef Beuys dort seine „Freie Universität“ ausrief. Auch Werner Ruhnau selbst hat der Abend gut gefallen und gern angeboten, weitere Vorträge mit Filmen über Architektur und Kunst am Bau zu halten.

2004 haben wir eine Ausstellung mit Gegenwartskünstlern aus Afrika gezeigt. Am 19. November begann unsere Ausstellung „Kunst hoch 8 – Potenz aus Österreich“. Folgerichtig wollen wir uns 2008 mit einer Gruppenausstellung einem anderen Land widmen.

Die Berchtholdvilla am City-Rand von Salzburg beherbergt den Berufsverband der bildenden Künstler Salzburgs. Acht dieser etwa 220 Künstler und Künstlerinnen beteiligten sich an dieser Ausstellung, die in unserer Galerie und an 2 Orten in Coesfeld stattfinden konnte: der Nobel-Gaststätte „Valkenhof“ und der Städtischen Turmgalerie. Eigens zu den Vernissagen am Samstag an den Coesfelder Ausstellungsorten und am Sonntag in unserer Galerie waren 6 der acht Künstler und der Zweite Landtagspräsident des Landes Salzburg angereist. Auch der Landrat des Kreises Borken, Gerd Wiesmann, fand den Weg in unsere Galerie und sparte in seiner Rede nicht mit Lob über unser Engagement in Sachen Kunst.

Die Künstler waren erfreut über die vielen Besucher in der Galerie und die umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit für ihre Ausstellung. Die WAZ Dorsten hatte einen fast ganzseitigen Artikel mit 5 Farbfotos gebracht. WDR 3 stellte in einem Kurzfilm die Ausstellung in unserer Galerie vor.

Dem 18.Dezember galten umfangreiche Vorbereitungen und logistische Organisation. Gerda Siebelt hatte sich vorgenommen, Realschülern des Kreises Borken den Besuch der Guggenheim-Collection in der Bundeskunsthalle in Bonn zu ermöglichen. So fuhren an diesem Montag 300 Schüler aus Borken, Velen, Gescher, Ahaus und Vreden mit 5 Bussen zu unterschiedlich terminierten Führungen dieser Super-Show, in der Kunst aus 4 Guggenheim- Museen zu sehen waren. Das Galerie-Team war in die Vorarbeiten eingebunden. Die Galerie blieb jedoch ungenannt. Heranwachsende mit Kunst zu konfrontieren ist eine wichtige, auf die Zukunft ausgerichtete Aufgabe.

Die Arbeit hat uns 2006 Spaß gemacht, wenn auch die Unternehmungen vielleicht nicht so spektakulär waren. Es waren die kleinen Erfolge, die uns gestärkt haben. Viele Kontakte in der Kunstszene - Besuche von Akademien, Messen, Museen, Künstler-Ateliers und Ausstellungen - haben uns inzwischen weit über Borken bekannt gemacht, was sich bei Besuchen unserer Vernissagen bemerkbar macht.

Wir haben sehr gut mit Frank J. Esser zusammen gearbeitet und wollen das in Zukunft noch verstärken, weil wir seine Malerei so fantastisch finden und unbedingt zu weiterer Popularität verhelfen wollen.