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Galerie-Ausblick auf 2007
Nach einer kurzen Erholungs-Auszeit werden wir schon gleich auf die nächste Ausstellung hinarbeiten, die für den 25. Februar geplant ist. Wir werden Arbeiten von Toyin Loye ausstellen und seine Grafiken am Wochenende darauf bei der „Deutsch-Niederländischen Grafik-Börse“ im Vennehof in Borken zeigen. Der stattliche Nigerianer hat zu Vernissage und Grafik-Börse sein Kommen zugesagt. Es wird sicher ein gelungener Auftritt. Toyin Loye war in unserer Ausstellung „Afrikanische Kunst – contemporary“ 2004 in der Galerie persönlich vertreten und hat eindrucksvolle Worte zum Thema Demokratie in Afrika bei der Finissage gefunden.
Toyin Loye war einer von 14, von der FIFA ausgesuchten Welt-Künstler, die zur Fußballweltmeisterschaft 2006 ein Plakat gestalteten durften. Diese Plakatserie ist auf der ganzen Welt verkauft worden, auch in unserer Galerie.
Die Frühlingsausstellung in der Galerie wollen wir mit einer ganz jungen Künstlerin bestreiten, die wir bei einem unserer Besuche in Salzburg für uns entdeckt haben. Auch hier geht es um realistische Malerei, aber jeweils im kleinen Format, mit interessanten Motiven, die aufzeigen, wie spannend der Alltag dargestellt werden kann. Wenn Elisabeth Schmierl dann die Galerieräume gefüllt hat, werden die Besucher sich bis zu 200 gemalte kleine Kunstwerke ansehen können. Hier ist das Wort „spannend“ sicher angebracht !
Kunst hat auch im Ruhrgebiet immer schon einen hohen Stellenwert gehabt - wir haben oben darauf hingewiesen. Auch die zahlreichen bedeutenden Museen für Gegenwartskunst in fast allen Städten beweisen das. Diese Museen wären aber nicht, hätte es nicht eine Avantgarde von Künstlern gegeben, die - vom Ruhrgebiet geprägt - für diese Region gearbeitet und dabei ihr Herz investiert haben. Bereits 2006 haben wir in der Galerie einen dieser ungewöhnlichen Künstler ausstellen wollen. Der Bochumer Edmund Kieselbach war in Deutschland als Klangkünstler bekannt. Er hat zum Kreis der Gruppe ZERO gehört, mit Otto Piene zusammengearbeitet. Wir haben ihn kennen gelernt, als er sehr krank war. Bevor wir über Einzelheiten der Ausstellung zusammen kommen konnten, verstarb er. Nun haben wir mit der Witwe vereinbart, diese Ausstellung bald zu realisieren.
Wir haben in der Vergangenheit zwei Künstlerinnen kennen gelernt, die großformatige Buntstift-Malerei virtuos beherrschen. Gern wollen wir diese in einer Ausstellung zusammen bringen. Weil es aber kaum mehr als eine Idee ist, soll hier nicht weiter darauf eingegangen werden.
Bereits sehr lange bekannt ist uns der Künstler Caius Spillner - schon zum guten Freund mutiert. Er hat bereits zwei Mal in der Galerie ausgestellt. Seine Arbeiten sind vielfältig und wie wir meinen, in den Jahren besser geworden, dass wir ihm eine Einzelausstellung mit Grafik, großer Malerei mit neuen Motiven und seinen eindrucksvollen Holzskulpturen in der zweiten Jahreshälfte ausrichten wollen.
Es stehen weitere Verknüpfungen an, aus denen Ausstellungen oder Aktionen werden sollen. Arbeiten der Beuys-Schülerin Marilis Obermüller und von einem Beuys-Kommilitonen sind dafür zur Verfügung. Für eindruckvolle Gelegenheiten wollen wir uns flexibel halten und deshalb nicht das ganze Jahr aufteilen. Freunde der Galerie sollten sich aber schon jetzt den ersten Samstag im November freihalten. Dann stellen wir bei Essen und Trinken wieder einen Gast vor, der zur Kunst inhalts- und eindrucksvoll reden wird.
Das Jahr wird Kunst in Hülle und Fülle bringen: Bereits im Frühjahr die „Art Cologne“ und die „Art-Fair“ in Düsseldorf, im Juni die „Skulptur-Projekte 2007“ in Münster und die „documenta 12“ in Kassel, die „Biennale Venedig“ ebenfalls im Sommer.
Um erfolgreich auf uns hin zu weisen, werden wir gute Arbeit vorzeigen müssen. Bei unseren guten Kontakten wird uns das sicher gelingen. Hoffentlich schaffen wir unser Pensum !
Galerie-Rückblick auf 2007
Das hatten wir uns vorgenommen: Längerfristige Planung von Ausstellungen und Aktivitäten, um damit Zeit für gute Vorbereitung und sorgfältige Umsetzung der Konzepte zu haben.
Wir haben auch den größten Teil unserer Vorhaben umsetzen können und mit unseren Ausstellungen gute Erfolge erzielt. Den Künstlern haben wir repräsentable Ausstellungen einrichten können. Das Echo in den Medien war sehr gut. Unsere Popularität und damit auch die der ausstellenden Künstler hat einen großen Schub nach vorn gemacht.
Denn alle vier Ausstellungen wurden mit kurzen Spots im Fernsehen gezeigt. Der Dreh für die nächste Künstlerpräsentation ist schon im Kasten. Mit dem Sendetermin dafür ist es dann die sechste Ausstellung in Folge, die zur besten Sendezeit vor der Tagesschau ausgestrahlt wird.
Der WAZ-Lokalreporter für Dorsten, der zweifellos das Zeug hätte für anspruchsvolle Kunstzeitungen zu schreiben, hat ebenfalls über alle unsere Ausstellungen berichtet und jeweils Wert darauf gelegt, der/die KünstlerIn persönlich zu sprechen und in einem großformatigen, reich bebilderten Bericht vor zu stellen.
Für die erste Ausstellung des Jahres 2007 war im Februar der Nigerianer Toyin Loye der Künstler mit seinen Gemälden auf Papier und Leinwand, Materialcollagen auf Holz und farbkräftigen Siebdrucken. Der Sohn eines Yoruba-Königs hinterließ einen hervorragenden Eindruck und war gern zu Gesprächen und Diskussionen mit Publikum, Presse und uns nicht nur über Kunst persönlich zur Verfügung. Unseren Auftritt zur Grafik-Börse nutzten wir zu einer One-Man-Show mit ihm und hatten dadurch große Beachtung und Erfolge. Toyin Loyes Arbeiten finden in der Galerie weiterhin das Interesse unserer Kunden und bleiben in unserem Angebot. Weil wir selbst Freunde Afrikanischer Kunst sind, wird es sicher nicht die letzte Ausstellung mit Arbeiten von Künstlern aus diesem aufregenden Kontinent sein.
Bereits 2006 hatten wir die junge Österreichische Künstlerin Elisabeth Schmirl in Salzburg kennen gelernt und mir ihr eine Ausstellung besprochen. Wir haben sie "one step closer" genannt. Nie hat eine solche Anzahl kleinformatiger Malerei die Galerie so reich und eindrucksvoll bebildert. Ihre ca. 65 Werke konnte sie in einem Reisekoffer mitbringen. Ihre Persönlichkeit hatte ein weitaus größeres Volumen. Allen, die sie bei uns kennen lernen konnten, war schnell klar, welch großes Talent mit bedeutender Zukunft man hier vor sich hatte. Mit einem jungen Maler als Atelier- und Lebenspartner an der Seite werden sie von Österreich aus die Erfolgsleiter steil nach oben streben. Über diese Ausstellung berichtete das Fernsehen sogar zwei Mal.
Die Großereignisse der Kunstwelt 2007 haben wir brav absolviert, um uns selbst auf dem Laufenden zu halten, immer eine Antwort geben zu können und unseren Kunden und Freunden mit Meinung und Information zur Verfügung zu stehen:
Die Biennale Venedig war über Kritik erhaben, weil dort in der Vielseitigkeit immer die großartigen Werke von Künstlern aus der ganzen Welt den Betrachter beeindrucken. Leider hat man nach 2 Tagen immer noch das Gefühl, das Wichtigste nicht gesehen zu haben, doch dann kommt uns Timm Ulrichs in den Kopf : Ich kann keine Kunst mehr sehen. Man wird von Halluzinationen von weißen Stränden und Sommermuße übermannt.
Die "documenta XXII" forderte auch den Pflichtbesuch. Auch hier Kunstwerke, die man im Leben gesehen haben musste. Doch für die ausstellenden Künstler der diesjährigen Supershow war es nicht so ganz repräsentativ, hier aufgestellt zu sein, war doch der documenta-Macher sehr umstritten und somit auch die ganzen 100 Tage der wichtigsten Kunstausstellung der Welt. Allein durch seine pöbelnde Art, wachsender Kritik der wichtigsten und kompetentesten Kunstkenner zu Ende der Veranstaltung zu begegnen, disqualifizierte ihn, zu diesem großen Kreis demnächst dazuzugehören. Wenn die Großen im Rückblick bedauern, die "documenta" sei von "Studenten" vor die Wand gefahren, ist man versucht, dem bei zu pflichten.
Ganz anderes dagegen ist von dem dritten in der "Grand Tour" als touristischem Kunstevent in Amerika und Fernost angebotenen Großereignis, der "skulptur projekte münster 07" zu berichten. Hier präsentierten sehr bekannte und weniger berühmte KünstlerInnen etwa 35 Kunstwerke unter dem Dachthema "Stadturbanität in Problematik und Dissonanz". Hier ging es ohne Populismus, aber mit eindringlichen oft einfachen Arbeiten, wie z.B. dem Faden von Mark Wallinger, der in 4 Metern Höhe einen Kreis um die City von Münster zog, um die Frage der Positionierung im Inside oder Outside und ihre hintergründige Intension zu stellen. Mark Wallinger wurde in diesem Jahr Turner-Preisträger und wurde damit nachträglich einer der großen Namen im Künstlerkreis der "skulptur projekte münster 07" neben Bruce Nauman, Rosemarie Trockel, Isa Genzken und den Anderen, keineswegs Namenlosen. Alle hatten durch die Leitung des großartigen Kuratorenteams um Kasper König, Brigitte Franzen und Carina Plath mit ihrem Auftritt die Gelegenheit, an einer gelungenen großen Ausstellung teil zu nehmen. Diese Möglichkeit wird hier nur alle 10 Jahre geboten und war für alle ein großer Schritt nach vorn. Wir haben hier den Heimvorteil genutzt und die große Show mehrmals besucht und auch mit Freunden und Schülern Führungen in Anspruch genommen und auch selbst durchgeführt.
In der Galerie war spätestens am 2.September zur Vernissage der Ausstellung mit den vielfältigen Arbeiten des Bochumer Künstlers Edmund Kieselbach die Sommerpause beendet. Bei den Vorbereitungen stellte sich schnell die Frage, welche Arbeiten wie zu präsentieren seien. War er uns als Geräusche-Künstler der kinetischen Figuren bekannt, gemahnten seine Zeichnungen und eindruckvollen Gemälde, das Werk im Ganzen zu würdigen. Es wurde dann eine retrospektive Schau der Arbeiten. Seine eigenwilligen Kunststoffbilder - 68iger Extravaganzen - seine Großinstallationen, sein Bühnenengagement, seine Geräuschskulpturen, ein Lichtobjekt als Gemeinschaftsarbeit mit seinem Freund Klaus Geldmacher und einige seiner Ölgemälde der letzten Jahre des 2006 verstorbenen vielseitigen Künstlers konnten wir ausstellen. Es war die erste Ausstellung seiner Arbeiten nach seinem Tod und wurde von vielen seiner Freunde und Bewunderer besucht. Wir sind die Galerie für Gegenwartskunst und glauben, hier einem Visionär posthum einen Auftritt verschafft zu haben, der aktueller nicht sein konnte.
2005 haben wir das Jahr mit der Ausstellung "Grundloses Schweben" mit der Malerei des Krefelder Künstlers Frank Jacob Esser gestartet. Seitdem haben sich immer mehr begeisterte Freunde seiner lebensfrohen Bilder mit der eigenartigen Motivik des Abgehobenen Daseins für seine Arbeiten entschieden, obwohl diese auch immer wieder bei Betrachtern auf krasse Ablehnung trafen. Beides war für uns Grund genug, ihm eine weitere Ausstellung einzurichten und diese dann "Hängende Gärten" zu nennen. Da die Historie dieser botanischen Einrichtungen ebenso fiktiv ist wie seine gegenständliche Malerei mit unwirklichen Motiven, sind lebhafte Widersprüche impliziert und wurden genüsslich bei einem Schmunzeln diskutiert. Die Leinwände des Meisterschülers von Markus Lüpertz, dem Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie, werden im Bestand der Galerie bleiben und sicher weitere Anhänger seiner Sicht der Dinge in Farbe begeistern.
Am ersten Samstag im November hatten wir wieder 50 Gäste, fast ausschließlich Damen, die zum großen Teil Mitglieder verschiedener Soroptimisten-Clubs der weiteren Region sind. Als vortragenden Stargast konnten wir Dr. Carina Plath, eine der Kuratorinnen der "skulptur projekte münster 07" gewinnen, die ebenfalls Soroptimistin ist. Im Abstand von etwa 5 Wochen nach Ende der erfolgereichen Großveranstaltung in Münster konnte Frau Dr. Plath entspannt über die internationale Ausstellung mit ihren beeindruckenden Werken berichten und auch so manche Anekdote über den Verlauf der 105 Tage mit den Ereignissen um 38 Künstler aus vielen Länder der Erde zum Besten geben. Bei der Beantwortung der Fragen einiger Besucherinnen konnten auch Informationslücken bei einigen Gästen geschlossen werden. Gemeinsam erkannte man schnell, aus kompetenter erster Hand, Hintergründe des Kunstbetriebes erfahren zu können, wie es sonst kaum möglich ist. Einige Besucherinnen notierten sich den ersten Samstag im November schon für das kommende Jahr, wenn die Galerie wieder einen Besucher präsentieren kann, der aus prominenter Position Kunstinformationen mitbringt, die wissenswert sind und in den Focus gerückt werden.
Zwischen den Jahren wird die Woche von Weihnachten bis Silvester genannt, ist aber ganz klar im alten Jahr. Diese Kalendermetapher nutzen wir auf unsere Weise und machen noch am letzten Sonntag des Jahres, 30. Dezember 2007, die Vernissage zur Ausstellung mit Malerei der Beuys-Schülerin Marilis Obermüller, die wir "Launen de Himmels" genannt haben. Die Künstlerin hat die Himmel in ihren Variationen auf der Leinwand versucht festzuhalten, die sie auf vielen Reisen an die Horizonte der Welt beeindruckt haben. Und weil nicht einmal die Menschen unterschiedlicher sein können als das Abbild der Himmel, kann sich der Betrachter in der Vielseitigkeit esoterisch, gläubig, verträumt oder auf seine Weise in den Himmeln verlieren. Wir haben zur Vernissage verschiedene Gäste mit Kompetenz eingeladen: Künstler als Zeitgenossen, die ein Drittel des vergangenen Jahrhunderts mitgestaltet haben und Kenner des Himmels. Wir hoffen, die Überraschungen gelingen.
Die Ausstellung selbst zeigen wir in der dann wieder geöffneten Galerie ab dem 8. Januar 2008. Es ist also gleichzeitig die fünfte Ausstellung 2007, als auch die erste Ausstellung 2008. |