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Das war unser Jahr 2009 - ein Rückblick Wieder hat eine Ausstellung aus dem vorletzten Jahr 2008 die Galerie in das junge Jahr begleitet. Das Gelsenkirchener Blau und der Foyer-Sessel haben bis in den Januar hinein unsere Besucher von den herrlichen blauen Arbeiten des Architekten der Gelsenkirchener Theaterbauten schwärmen lassen. Den Jahreswechsel vom 31. Dezember 2008 auf Neujahr 2009 haben wir zum Rahmenprogramm für die Ausstellung gemacht und konnten unter dem Gelsenkirchener Blau über 50 Gästen einen bunten Abend bieten mit lukullischen Köstlichkeiten und den Darbietungen der Gelsenkirchener Chansonsängerin Magie Koreen, die mit frechen Liedern u.a. von Claire Waldorff begeisterte. Jeder Gast nahm ein Original-Kunstwerk von Professor Werner Ruhnau mit nach Haus. Auch im weiteren Verlauf des Jahres war das intensive Blau dieser Arbeiten für viele Kunden Anlass zum Kauf eines der schönen Objekte dieses Architekten und Künstlers. Mit ihm zusammen haben wir die Edition von 50 Exemplaren des Rückenlehnen losen Drehsessels aufgelegt, den es seit Dezember 1959 im Gelsenkirchener Theater - und nur dort ! - gibt. Unsere Begeisterung für dieses Möbel konnten wir auch an Herrn Bruchhäuser, den Inhaber des Herstellers von Reeditionen berühmter Designentwürfe TECTA, weitergeben. Er hat nur kurze Zeit für eine Entscheidung für die Produktion dieses Teiles des Gesamtkunstwerkes Gelsenkirchener Theater benötigt. Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, das einzige NRW-Kulturmagazin „k-West“ und andere Presseorgane berichteten über die Präsentation nach Auslieferung der ersten editierten und von Professor Ruhnau signierten und nummerierten Exemplare. Zur Übergabe an die ersten etwa 15 Käufer durften wir diese am 22. Mai 2009 in das legendäre Foyer des Gelsenkirchener Theaters einladen. Professor Ruhnau gab einen Rückblick auf das Entstehen dieses Kunstwerkes in Glas, Beton, mit Inventar und den vielen Kunstwerken der am Gesamtbaukonzept beteiligten internationalen Künstler. Selbst Herrn Bruchhäuser konnten wir bewegen, diesem Event beizuwohnen. Er hielt einen eindrucksvollen Vortrag über Kunst, Design und die Bemühungen von Handwerkern, Designern und Künstlern, ein gelungenes Sitzmöbel herzustellen. Ganz offensichtlich war er überfordert, seiner Begeisterung für das Gebäude mit seinen Besonderheiten Ausdruck zu verleihen. Professor Ruhnau, seine blauen Arbeiten und der Foyer Sessel begleiteten uns durch das ganz Jahr und werden uns noch länger beschäftigen. Für die zweite Ausstellung des Jahres machten wir eine kurze Reise nach Spanien und besuchten den Künstler Manel Marzo Mart in seinem Wohnort an der Costa Brava. Bereits Ende 2007 hatten wir ihn dort kennen gelernt und seitdem seine Arbeiten mit Erfolg in der Galerie verkauft. Hier realisierten wir im Februar nicht nur eine Ausstellung mir einer erfolgreichen und gut besuchten Vernissage, sondern bestückten auch unseren Stand auf der Grafik-Börse in Borken ausschließlich mit seinen Arbeiten in seiner Gegenwart. Die Woche zwischen der Vernissage und der Grafik-Börse nutzte der Künstler, sich in drei verschiedenen Schulen vorzustellen und dort in die Geheimnisse der grafischen Kunst einzuweihen. Sein Auftritt im KAPU, Bischöfliches St.Josef-Gymnasium in Bocholt brachte nicht nur eine gute Pressemeldung in der Lokalzeitung „bbv“ sondern auch einen Film des lokalen Fernsehens auf die positive Seite des Unternehmens. Die gezeigte Leistungspalette Marzo-Marts präsentierte auch Malerei, Skulpturen und wunderschöne große Mobiles in der Galerie. Die Bronze-Skulptur „Puerta“ beflügelte unsere Diskussionen über die im Februar begonnenen Bemühungen um die bessere Aufstellung des City-Quartiers Neutor. Sofort war der Künstler bereit, sich mit der Idee auseinanderzusetzen und modifizierte die Form seiner Bildhauerarbeit zu einer schlankeren Figur, die als Großskulptur auf dem Kreisverkehr am Eingang in das Viertel der Stadtmitte realisiert werden soll. Das ansehnliche Modell ist inzwischen von unserem WebGrafiker Andre Müller zum Logo umgearbeitet worden und ziert nicht nur die Werbeprodukte der Neutor-Anrainer, sondern ist inzwischen auch Signé der gemeinsamen WebSite www.neutor.de . Die Arbeit zum Aufbau einer Neutor-Gemeinschaft, die Verfolgung gemeinsamer Ziele, eines wirksamen Gesamtauftritts und die Bekämpfung von Leerständen hat enorme Energien eingefordert, aber auch greifbare Erfolge gebracht. Vertreter dieser Gruppe von 35 Geschäftsleuten haben mit Bürgermeister und Vertretern des Bau-, Ordnungs- und Stadtplanungsamtes in der Galerie bei einer Zusammenkunft diskutieren können. Eine weitere Versammlung in der Galerie von nun über 60 Zuhörern galt einer weiteren Stufe der Unternehmungen gegen die Verödung der Innenstadt. Vertreter der IHK Bocholt und Münster referierten über die Möglichkeit, eine ISG zu gründen, die mit Kompetenz die Interessen des Quartiers bei der Kommune und der Stadt einflussreich vertreten kann. Ein Thema, das großen Informations-Aufwand erfordert und nur mit der Solidarität aller Nutzer des City-Bereiches realisierbar ist. Es wird uns noch lange beschäftigen und viel Kraft in Anspruch nehmen. Die Nagelprobe der Solidarität soll die Realisierung der etwa fünf Meter hohen Stahlskulptur auf dem Kreisverkehr Butenwall-Neutor werden, für die Spenden und Unterstützung durch den Verkauf von Kunstwerken von Manel Marzo-Mart in Höhe von 30.000 Euro eingeworben werden müssen. Mit dieser schweren Aufgabe sind wir aber schon auf einem guten Weg. Waren die Ausstellungen mit Werken von Werner Ruhnau und Manel Marzo-Mart durchaus im gesunden Kunstkontext nach vollziehbar, erforderte die Begeisterung für die Blechskulpturen des Afrikaners Didier Adhadsi schon, unserer Verrücktheit und unserer Liebe zur Afrikanischen Kunst zu folgen. „Togo-Lomé Didier“ haben wir die Ausstellung mit über 60 bis zu 54 cm hohen afrikanischbunten Blechfiguren genannt, die wir gemeinsam mit dem Ethnologen und Afrikareisenden Karl-Heinz Krieg ausstellten. Dass es aber über eine spinnerte Idee hinaus eine Präsentation für einen großen Kreis von Afrika- und Kunstfreunden werden konnte, bewies uns schon die Zusage des Leiters des einzigen Völkerkundemuseums in NRW, des Rautenstrauch-Joest-Museums in Köln, Herrn Dr. Klaus Schneider. Sein Vortrag über Afrika, dessen ethnische und moderne Kunst, seine Wertschätzung der Arbeit von Karl-Heinz Krieg und die Kunstwerke des unverdorbenen Künstlers Didier gipfelte in der Ankündigung, mit einer Ausstellung dieser Arbeiten den Neubau seines Museums in Köln im kommenden Jahr zu eröffnen. Wir hatten uns nicht auf Erfolg mit diesen fröhlichen Bildhauerarbeiten von Didier eingestellt. Die Vitalität und Aussagekraft dieser Figuren haben jedoch unsere Kunstfreunde über die Maßen angesprochen und für lachende Gesichter in der Galerie gesorgt. Fast jedes Abbild einer Frau trug ein Baby auf dem Rücken. Afrikanische Momente und auch seine Probleme wurden umkompliziert und lebensecht zum Anfassen vermittelt. Wir haben zu dieser Ausstellung die Gemeinde der Sammler Ethnischer Kunst Afrikas gezielt angesprochen und eingeladen. Viele von ihnen haben die Ausstellung besucht und einige haben seitdem einen Blick für moderne Afrikanische Kunst oder sich sogar als neues Sammelfeld erschlossen. Über das kunstfremde Engagement für das „Neutor“ hat unsere Performance für die Kommunalwahl unsere Kräfte abgezogen, wollten wir doch für Borken einen neuen Bürgermeister gemeinsam mit der lokalen CDU, der FDP und den GRÜNEN installieren. Der junge Kandidat Axel Linke hat uns mit seiner frischen, unverbrauchten, kompetenten Art, mit seiner Fähigkeit überzeugend auf die Menschen zu zugehen, begeistert und veranlasst, für ihn vehement Partei zu ergreifen. Die kompliziert angeordnete Lokalpolitik in unserer Stadt - eine Erklärung würde diesen Rahmen sprengen - verursachte allerlei Gegnerschaften, die engagiert bis verbissen ausgetragen wurden und nicht der rechte Zeitpunkt für den Zug am gleichen Strang waren. Wir konnten den erfahrenen Lokalpolitiker Axel Linke von der Priorität der Kunst und dem Kulturgeschehen für eine Stadt - und ganz besonders für diese - überzeugen und haben gern Mitbürger für ihn überzeugt. Leider haben er und seine Unterstützer das Ziel nicht erreicht. Er ist nicht Bürgermeister geworden. Es hat nicht den Einzug eines neuen, gut kehrenden Besens und nicht den frischen Wind in unserer Kreisstadt gegeben. Unsere lokalen Intentionen werden wir also weiterhin für Gegenwartskunst und Kultur in Stadt und Region nach unserem Gusto gestalten und mit eigener Kraft ausführen. Es war nicht einmal eine Wahlkampfaktion der CDU, die uns den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers, in unsere Galerie führte. Seine sommerliche Radtour durch eine Region des Landes hatte schon mehrjährige Tradition und führte diesmal von Norden her durch den Kreis mit dem Etappenziel Borken. Da das uns gegenüber liegende Wahlkampfbüro der CDU für eine Pressekonferenz zu klein war, bat man, unsere Räume dafür in Anspruch nehmen zu können. Am 7. August war dann der Ministerpräsident in unserer Galerie und ließ sich erstaunlich viel Zeit für länger dauernde Gespräche mit uns über die Galerie in dieser Stadt, über Kunst und deren Förderung und bat uns, ihm zu schreiben. Die Presse schrieb darüber, das Fernsehen berichtete und wir waren stolz, dass auch der Landessekretär der CDU, Hendrik Wüst, der zukünftige Landrat des Kreises Borken, Dr. Kai Zwicker, der Geschäftsführer der Landes-CDU, Dirk Kappenhagen und natürlich Axel Linke als hoffnungsfroher Bürgermeisterkandidat in der Galerie waren - die Galerie war an diesem Tag für einige Momente im Fokus. Über die folgenden Ausstellungen haben wir den Ministerpräsidenten mit Einladungskarten und Texten zum Thema informiert. Dass wir nun zu Weihnachten eine sehr persönliche Nachricht von ihm erhielten, war viel mehr als wir jemals für unsere Bemühungen, für die Nachhaltigkeit unserer Arbeit und die überregionale Beachtung dieser Region erwartet haben. In aller Bescheidenheit sind wir „temporär ein wenig größer“ geworden. Die Kommunalwahl am 30. August war auch Schuld daran, dass die Sommerpause größtenteils ausfiel. So konnten wir mit aller Kraft unsere Vorbereitungen für die Ausstellung „Oh Karol“ vorantreiben. Bereits zur Ausstellung „P-ART“ mit polnischen Künstlern ab August 2008 hatten wir einige Leinwände aus dem Gemäldezyklus der Polnischen Künstlerin Anetta Küchler-Mocny über den Polnischen Papst Johannes Paul II ausgestellt. Der Gesamtumfang dieses Großwerkes war leider für eine Ausstellung in der Galerie zu groß. Während des ganzen Jahres waren wir bemüht, diesen großartigen Beweis künstlerischer Malerei in mehr als barockem Umfang in bedeutenden Räumen mit notwendiger Kapazität auszustellen. Der im Frühjahr dieses Jahres geknüpfte Kontakt zum KAPU, Bischöfliches St-Josef-Gymnasium in Bocholt ermöglichte schließlich die Ausstellung der 26 Leinwände á 2,50 Meter Höhe in der Gesamtlänge von 39,50 Metern. Unsere Werbung für diese Ausstellung war aufwändig wie nie. Wir haben über 50 persönliche Briefe an Kunstinteressierte und an katholische Institutionen geschrieben. Die Bistumszeitungen aus Essen und Münster haben berichtet, WDR 3 einen Spot ausgestrahlt, die lokale Zeitung „bbv“ ebenfalls und deren Lokalfernsehen hat einen ansehnlichen Dreh gesendet. Auch in der überregionalen Presse - besonders in Münster - waren Beiträge über unsere Ausstellung „Oh Karol“ zu lesen. Mehrere Klassen verschiedener Schulen haben die Ausstellung besucht und sich teilweise von der Künstlerin die Malerei und das Motiv der Person des Papst Johannes Paul II erklären lassen. Die Erstellung des von uns zur Ausstellung herausgegebenen Kataloges wurde von namhaften Sponsoren unterstützt und sehr gelobt. Zwei der Autoren hielten auch die Vorträge zur Vernissage am 30. August, deren etwa 250 Besucher von dem kunstverständigen Pfarrer Nikolaus Ottmann und der Kunsthistorikerin Dr. Dagmar Kronenberger-Hüffer sachkundig und lebhaft sowohl in die Geschichte um die Person des Polnischen Papstes als auch in die künstlerische Leistung eingeführt wurden. Wir werden bemüht sein, diese Ausstellung auch an anderen Orten zu zeigen und haben bereits eine Ausstellung in Münster in Vorbereitung. Dem Wunsch der Künstlerin Rechnung zu tragen - sie möchte gern den Gemäldezyklus an einem markanten Ort in Polen zeigen - verhandeln wir derzeit mit dem Bürgermeister von Görlitz, der inzwischen mit seinem Polnischen Kollegen auf der anderen Seite der Neiße über die Realisierung erste Gespräche geführt hat. Anfang September konnten wir uns auf eine ganz besondere Einladung freuen: Klaus Tesching, Beuys-Schüler, ehemaliger Kunstlehrer, Kunstsammler und in Münster Kanzler der bekannten Künstlervereinigung „Die Schanze“, lud uns zur Eröffnung des großzügig neu erbauten Kunstmuseums „heart“ in Herning in Dänemark ein. Der Abend war ein rauschendes Fest, die Gäste ausschließlich Kunstschaffende aus ganz Europa, der Künstler der Eröffnungsausstellung Jannis Kounellis persönlich präsent. Über den großartigen Baukörper mit geräumigen Präsentationsflächen, von einem Amerikanischen Architekten erbaut, konnte man vom Staunen ins Wünschen kommen. Damit nicht genug, ist der Museumsbau in eine Museumslandschaft eingebettet, die mit einer Leichtigkeit weitere bedeutende Kunstwerke innerhalb umliegender Gebäude und Institutionen ebenso zeigt, wie eine Riesenskulptur, die als Landmarke unübersehbar ist. Ein Besuch im Kunstmuseum Arhus ließ uns fragen, warum wir so wenig über die Kunstlandschaft in Dänemark wissen, die hier mit einem Haus vertreten ist, das den Vergleich mit dem Guggenheim-Museum des Frank Gehry in Bilbao nicht scheuen muss. Denken wir dann noch an die Kopenhagener Museen „Arken“ und „Louisiana“ können wir nur resümieren, wie gut Dänemark mit seinen acht Millionen Einwohnern in Sachen Kunst aufgestellt ist. Wegen der außerhalb der Galerie gezeigten Ausstellung „Oh Karol“ wurden in unseren eigenen Räumen seit Mai keine konzeptuell präsenten Arbeiten gezeigt und für die nächsteAusstellung war eine zeitraubende, sorgfältige Vorbereitung notwendig. Einen kleinen Teil der Galerieräume stellten wir deshalb einigen Kunstwerken von Edith Micansky zur Verfügung, die lästerlich und provozierend, vorbei hastende Passanten veranlassten, abrupt stehen zu bleiben und die Installation von „geklonten“ Rollatoren näher anzusehen. Wer den Schritt in die Galerie machte, konnte noch das gezeigte Sofa betrachten, dessen Oberstoff mit der vielfältig rekonstruierten Gallenblasennarbe dekoriert war, dessen Original sie selbst unverkäuflich am Körper trägt. Die Verfremdung von Röntgenaufnahmen, in zwei Leuchtkästen optisch unterstrichen montiert, schloss den Kreis von Kunst zu Medizin und Geriatrie. Edith Micansky ist sowohl Absolventin der Münsterschen Kunstakademie als auch niedergelassene Ärztin. Seit Anfang der 90iger Jahre arbeitet die Galerie erfolgreich mit dem Bauhauskünstler Heinrich Neuy erfolgreich zusammen. Auch nach seinem Tod 2003 erlosch seine Popularität nicht, seine Aquarelle mit den Bauhaus-Themen erfreuten sich steigender Beliebtheit. Seine Tochter, Frau Hedwig Seegers, gründete mit einigen weiteren Begeisterten die „Heinrich Neuy-Stiftung“, die zur Errichtung eines Museums ein Denkmal geschütztes Haus in Borghorst kaufen konnte. Die komplizierte Beschaffung der notwendigen Mittel und die widerspenstige Auseinandersetzung mit dem alten Gebäude haben allerdings einen Eröffnungstermin immer wieder in die Zukunft verschoben. Wollten wir zunächst zeitgleich mit der Museumseröffnung eine Heinrich Neuy-Ausstellung in der Galerie zeigen, entschlossen wir uns, noch in diesem Jahr das 90-Jahre Bauhaus-Jubiläum mit Bildern von Heinrich Neuy für die Präsentation einer Ausstellung zu nutzen. Wir konnten Herrn Axel Bruchhäuser, den Inhaber des Herstellers von Bauhaus-Möbel-Repliken TECTA, begeistern. Er stellte uns feine Beispiele hervorragender Möbelarchitektur von Walter Gropius, Marcel Breuer, Mies van der Rohe und auch Lampen von Rietveld und Josef Albers aus seiner Produktion für eine Präsentation zur Verfügung. Etwa 50 fein gerahmte Aquarelle verschiedener Größen von Heinrich Neuy konnten wir damit zu einer kleinen Bauhaus-Schau kuratieren und nannten die Ausstellung frech: Schon Bauhaus war Open Art. Zur Vernissage gewannen wir die Urenkelin des 1911 geborenen Künstlers, Nina Segers. Sie ist Kunsthistorikerin, stellte kluge Informationen über das Bauhaus in Weimar und Dessau zur Verfügung und schmückte den Vortrag über ihren Urgroßvater mit Erlebnissen und gemeinsamen oder konträren Kunstauffassungen. Die Vernissage am 29. November war mit weit über 100 Besuchern so gut besucht, wie nie. Im weiteren Ausstellungsverlauf haben wir immer wieder Besuch von Kunstfreunden, denen das Thema Bauhaus nahe liegt oder die persönliche Bezüge zu Heinrich Neuy, seinem Werdegang und seinen Arbeiten haben. Die Ausstellung läuft sehr erfolgreich, wie wir auch auf das gesamte Jahr mit Zufriedenheit zurückblicken können. Wir sind dankbar, dass uns unsere Gesundheit und Kreativität nicht verlassen haben und wir immer gute Künstler und Aktive des Kunstgeschehens in Anspruch nehmen konnten. Wir haben uns immer bemüht, diesen nach unseren Möglichkeiten etwas zurück zu geben.
2010 - ein Ausblick Es wird nicht möglich sein, einen klaren Programmablauf für die nächsten 12 Monate Galerietätigkeit auf zuzeigen. Wir wollen uns auch die Flexibilität erhalten und in der Lage sein, kurzfristig auf Ereignisse zu reagieren, die es wert sind, zeitnah beachtet zu werden. Das herausragende Datum sei vorweg erwähnt: Im September 2010 wird die Galerie 20 Jahre jung. Zur „Festwoche“, die wir uns vorgenommen haben, werden Künstler eingeladen sein, die in früheren Jahren mit uns zusammen gearbeitet haben. Aus Begegnungen und Werdegängen wollen wir ein interessantes Programm gestalten, das alle Galeriefreunde veranlassen soll, gern mit uns an den Anfang 1990 und die Entwicklung bis heute zu denken. Mit der ersten neuen Ausstellung des Jahres beschreiten wir neues Terrain, denn wir wollen Fotokunst zeigen und nennen die Präsentation der großformatigen Exponate (140 x 108 cm) des Künstlers Holger Luczak „Storytelling“. Auf die Frage: Wann ist ein Foto Kunst, werden wir dann eingehen und auch wieder umfangreich mit Texten und unserer WebSite informieren. Unseren Auftritt zur Borkener Grafik-Börse werden wir ausschließlich mit diesen Fotos bestreiten. Holger Luczak wird zur Vernissage am 21. Februar ebenso persönlich präsent sein, wie an den drei Tagen der Grafik-Börse, 5., 6. und 7. März 2010. Am 10. Februar wird die Ausstellung Oh Karol mit dem kompletten Gemäldezyklus von Anetta Küchler-Mocny im Foyer des münsterschen Theaters eröffnet. Die Rede dazu hält Pater Manfred Kollig vom Generalvikariat Münster. Die Präsenz des fast 40 Meter langen Kunstwerkes in der Stadt ihrer Ausbildung und ihres Wirkens war der Künstlerin ein großer Wunsch. Wir wollen uns für weitere attraktive Präsentationen an ausgewählten Orten gern für dieses Kunstwerk einsetzen. Münster ist sicher der geeignete Ort, der Popularität von Werk und Künstlerin die größtmögliche Unterstützung sicher zu stellen. Unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit Anetta wird beiderseits gern weitergeführt. Wir beobachten inzwischen ihre neuen Arbeiten. Die Themenausstellungen von Künstlern jeweils einer Nation oder Herkunft - 2004 Afrikanischen Kunst contemporary , 2006 „Kunst hoch Acht“ mit Österreichischen Künstlern und 2008 „Korea – ganz jung“ hatten wir in eine biennale Reihe gestellt, der wir einen Namen gegeben haben: Artdot. In den Jahren mit einer geraden Zahl soll Artdot weiterleben und 2010 mit Türkischen Künstlern eine interessante Schau zeigen. Es werden Arbeiten verschiedener Disziplinen sein, vielleicht auch eine Aufsehen erregende Performance. Wir haben dafür den Zeitraum Ende April bis in den Juni hinein vorgesehen. 2006 zeigten wir in der Ausstellung „one_step_closer“ künstlerisch großartige, überwiegend kleine Malerei der Österreichischen Künstlerin Elisabeth Schmirl. Sie hat inzwischen einen großen Karrieresprung gemacht und hat einen bedeutenden Maler an ihrer Seite: Stefan Heizinger. Weil die Arbeiten beider nicht unterschiedlicher sein können, wollen wir ihnen im Sommer eine Ausstellung widmen. Ende August ist es fünf Jahre her, dass der Kreis Borken 2005 seine „Skulptur-Biennale“ eröffnete. Zu den noch heute existierenden Exponaten zählt die Betonskulptur „heute“ des Berliner Aktions-Künstlers Christian Hasucha. Mit ihm wurde damals eine exakt fünf Jahre dauernde Ausstellung der 3,50 Meter hohen einzelnen Buchstaben und ihre Zerstörung nach Ablauf dieser Zeit vereinbart. Wir hatten mit ihm 2005 eine Galerieausstellung zu diesem Termin besprochen und werden das ab Ende August 2010 durchführen. Spätsommer und Herbst werden von dem Galeriejubiläum gestaltet und sicher nicht langweilig. Für den letzten Ausstellungstermin im Oktober bis Dezember haben wir uns bisher nicht festgelegt. Es ist aber angedacht, eine Künstlerin oder einen Künstler auszustellen, der in den frühen Jahren der Galerie eine Rolle gespielt und in seiner Entwicklung vorzeigenswerte Arbeiten geschaffen hat. Wir denken dabei z.B. an die Malerin und Performerin Uta Göbel-Groß. Unser Ausblick reicht diesmal schon bis in 2011. Dann haben wir die Zusage von dem „Totalkünstler“ Professor Timm Ulrich, der dann seine Arbeiten bei uns zeigen wird. Wir danken unseren vielen treuen Galeriefreunden und den Besuchern, die aus den Vernissagen immer wieder einen besonderen Event machen. Wir sind erfreut über das Besucherniveau und hoffen, es findet sich durch den Level der ausgestellten Künstler mit ihren Arbeiten bei uns ein. Wir wünschen uns die Kraft, weiterhin eine gute Galerie zu führen und vertrauen auf die Mitarbeit ausgewählter Künstler Gerda Siebelt Erwin Kleinau
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