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Manel Marzo-Mart hat als namhafter Katalanischer Bildhauer große Metallskulpturen in Spanien, Frankreich, Luxemburg und der Schweiz entworfen, fertigen lassen und präsentiert, viele auf Kreisverkehren dort. Ebenfalls ist er Meister der Druckgrafik. Eine der 2009 in unserer Galerie ausgestellten Bronze-Plastiken hatte den Namen „Puerta“ - ein Bogen mit einem Tryptopoden in der Spitze, der an einen Schlussstein antiker Architektur denken ließ. Der Eingang zum City-Viertel Neutor ist ein Kreisverkehr. Schnell war die Idee in den Köpfen, Puerta auf den Kreisel zu setzen und damit dem Eingang zum Neutor mit einem markanten Kunstwerk Aufmerksamkeit zu schaffen. Doch dem Künstler gefiel das so nicht. Manel sah sich die Örtlichkeit an und entschied, seine Figur den Dimensionen der runden Insel im strömenden Verkehr anzupassen. Das neue Modellkonzept wurde schlanker und höher. Im dreischenkligen Modul des Torbogen war die Form eines „T“ zu erkennen. Eine gewollte Asymetrie darin lässt den darauf ruhenden Blick abrupt verweilen. Die Umsetzung der Idee, eine Großskulptur auf die Insel im Kreisverkehr Butenwall / Neutor in Borken zu platzieren, hat uns in einem Maße in Anspruch genommen, wie es nicht voraus zu sehen war. Galeriearbeit ist eine Sparte unserer WebSite und behandelt eine jeweils gezeigte Ausstellung mit der Vorstellung des Künstlers oder der Künstlerin und den gezeigten Arbeiten. Wir berichten darin über Vernissages, Resonanzen und Randereignisse. So finden Sie hier auch interessante Informationen unserer Ausstellung 2009 mit dem Spanischen Künstler Manel Marzo-Mart, mit dem wir auch auf der Deutsch-Niederländischen Grafikbörse im Borkener Vennehof einen gemeinsamen Auftritt hatten. Das künstlerische Konzept und das davon gefertigte, etwa 40 cm hohe Stahlmodell waren solide Gegenwartskunst und die großartige Leistung eines gestandenen Künstlers ! Eine feine Radierung auf etwa 40 x 30 cm Bütten und ein in der Galerie entstandener Linolschnitt konnten seit dem Frühjahr 2009 von einer guten Idee und der Aufgabe für eine Umsetzung ins Reale Zeugnis ablegen. Gerda Siebelt lud sich die Aufgabe auf ihre Schulter. Es folgte der Auftrag zur Erstellung einer Statik für eine 4,90 hohe Stahlskulptur, dann der Bauantrag an die Stadt und die Bitte um Erlaubnis der Kreisverwaltung, die Eigentümer des Grundstückes sind. Wir wollen hier das Auf und Ab von kleinen Erfolgen auf dem Weg zum Ziel und niederschmetternden Enttäuschungen nicht auflisten und auch nicht mehr werten. Es war ein zäher Prozess, Gelder für dieses Projekt per Sponsoring zu erbetteln. Ursprüngliche Gesamtkosten von 50.000 € sind durch drastische Einsparungen, geschickte, aber unwesentliche Veränderungen am Konzept und Verhandlungen auf eine Summe um die 30.000 € verringert worden. Dieser Betrag war trotzdem schwerlich zusammen zu bringen, da einzelne Verkäufe der Grafiken von der „Puerta“ nicht ausreichten, die erforderliche große Summe anzufüllen. Als Zuversicht und das Ziel aus den Augen zu verschwinden drohte, machte ein Freund und Industrieller aus der Stadt das großartige Angebot, die Stahlskulptur in seiner Schlosserei zu fertigen und als Hauptsponsor die gesamten Kosten dafür selbst zu tragen. Der dadurch freigesetzte Schub entfachte neue Kräfte und sofortige Maßnahmen für eine jetzt kurzfristige und somit nicht mehr zu bremsende Umsetzung der Gesamtidee. Hatten auch das Stadtoberhaupt und Teile des Stadtrates Bedenken und für sich Tage einer Entscheidung ausbedungen, konnte das keinen Stop für die Fertigung des Objektes und die planerische Umsetzung bedeuten. Kaum mehr als eine Woche nach dem positiven Entscheid der Lokalpolitik mit fast 70 % für das erste Kunstwerk auf einem Kreisverkehr in Borken haben der Hersteller Borkener Kistenfabrik das etwa zweit Tonnen schwere Kunstwerk am 25. November 2010 mit dem Transportunternehmen Franz Dillage, der seine Leistung ebenfalls als seinen Beitrag für Kunst in Borken sah, am frühen Morgen auf das vorgefertigte Fundament gesetzt und darauf fachgerecht für eine kleine Ewigkeit verankert. Das ist uns mit allen Neutoranrainern ein Fest wert, das wir zum ersten Advent und zeitgleich mit dem Borkener Weihnachtsmarkt ebenso feiern wollen, wie auch die Fertigstellung der nobel gepflasterten Straße Neutor mit ihren neuen Laternen. Ja, das Neutor war optisch das hässliche Entlein der Innenstadt. Vergebens waren die Bemühungen der Geschäftsleute, in diesem Quartier gegen die Optik in diesem Bereich positive Akzente zu setzen. Jetzt strahlt es in neuer Schönheit und bietet ein Aha-Erlebnis mit dem Blick auf die erhabene, große Skulptur, die „Neutor“ zu ihren Betrachtern zu sprechen scheint. Mit „Puerta“ ist eine Landmarke in der Stadt entstanden, die den Eingang in die City von Westen durch das Neutor aufzeigt. Keiner der Anrainer muss mehr sagen: „Am Friedhof links (oder rechts) ab“. Nein, „an der großen Skulptur abbiegen“ wird es demnächst heißen. Auch für eine Galerie mit gehobenem Anspruch ist das eine Wegbeschreibung mit Niveau. Die Gemeinschaft der Geschäftsleute im Neutor hat eine eigene WebAdresse: www.neutor.de Wir empfehlen den Besuch ! |