Heinrich-Neuy

Antoine Chuan
21. August 2019
ESPAI 59
Sant Feliu de Guixols
15. August 2019

Der Mensch ist mehr als nur Materie

Alternativen zur technokratischen Weltsicht

Die Idee der Werkbildungsstätte beschäftigt Heinrich Neuy mehr als vier Jahrzehnte.
Er hat Konzepte entwickelt, Lagepläne und Gebäude entworfen, gesellschaftliche Gremien und gesellschaftliche Gremien und öffentliche Einrichtungen zu motivieren versucht.

Der aktive Humanist Heinrich Neuy verhielt sich kritisch zur industrialisierten Gesellschaft, ihren sozialen, ökonomischen, pädagogischen und künstlerischen Ausdrucksformen. Schmerzhaft verspürt er dabei, den Mangel der Individuen, ihre Ganzheitlichkeit entwickeln und ausleben zu können.

Beeinflußt von seinen Erfahrungen am Dessauer Bauhaus und den späteren Auseinandersetzungen in seinem Arbeits- und Lebensumfeld in Nordrhein-Westfalen, begreift er das Individuum als Einheit von Körper, Geist und Seele. Seine pädagogischen Überlegungen zielen auf die Entwicklung und harmonische Verknüpfung dieser drei Elemente. Komplexe Fachausbildung, Solidarverhalten im sozialen Umgang, die charakterliche und körperlich-sinnliche Ausbildung und vor allem die gesellschaftliche Verantwortung sind für ihn die Fundamente der Prägung einer neuen Generation von handwerklich begabten, kreativen Individuen.

Die hochtechnisierte, spezialisierte, arbeitsteilige, auf Konkurrenzdynamik beruhende Industriegesellschaft und Ihre intendierten Ausbildungsprinzipien setzen im Gegensatz dazu andere Wertmaßstäbe. Diese sind von einer technokratischen Weltsicht geprägt. In der Gesellschaft auftretende Widersprüche werden demnach durch den komplexen Einsatz technologischer Hilfsmittel zu lösen versucht.

Die technische Perfektionierung von Arbeite- und Lebensprozessen, die Ausbeutung und Unterwerfung der Biosphäre zum Nutzen der Profitmaximierung, führen jedoch systematisch zur Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen und stellen zunehmend die Sinnhaftigkeit gesamtgesellschaftlicher Tätigkeit und Werte in Frage.

Heinrich Neuy versucht diesen immer wiederkehrenden Teufelskreis zu durchbrechen, indem er bei der inneren Umgestaltung des Individuums ansetzt.